Der 1. Opiumkrieg

1838 entsandte Kaiser Daoguang seinen fähigsten Beamten Lin Zexu als Sonderbeauftragten nach Kanton, um den Opiumschmuggel englischer Händler zu bekämpfen. Lin ging mit aller Härte gegen chinesische Drogenabhängige und Opiumhändler vor und erreichte eindrucksvolle Erfolge. Er versuchte auch die eigentliche Quelle des Problems anzugehen: die englischen Kaufleute. Diese zeigten sich jedoch aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen wenig kooperativ und forcierten die illegale Opiumeinfuhr nach China massiv weiter. Die Situation eskalierte, als Lin aufgrund eines kaiserlichen Edikts die ausländischen Opiumhändler in ihre Faktoreien internieren ließ. Nur so gelang es ihm, die Herausgabe von über 22.000 Kisten Opium vom britischen Superintendenten Charles Elliot zu erreichen, offiziell um die chinesische Bevölkerung vor weiterer Drogenabhängigkeit zu beschützen. Das Opium ließ er vom 3. bis zum 23. Juni 1839 in der Nähe von Humen verbrennen und anschließend ins Meer spülen.

Der 1. Opiumkrieg und seine Folgen

Der Teekrieg

Zhou Chonglins bald in Deutsch erscheinendes Buch Der Teekrieg ist eines seiner wichtigsten Arbeiten und führt uns in das China des 19. Jahrhunderts. Ausgangspunkt seiner historischen Abhandlung über den Zusammenhang zwischen Tee und Krieg ist der erste militärisch ausgetragene Konflikt zwischen China und dem Westen in den Geschichtsbüchern als Opiumkrieg bezeichnet. Doch Zhous Meinung nach wäre der Begriff Teekrieg eher angebracht gewesen, denn in der kriegerischen Auseinander- setzung spielte auch der Handel mit Tee eine wichtige Rolle. Wie einschneidend dieses Ereignis für die damals schon im Niedergang befindliche Qing-Dynastie war und die Begegnung mit den fremden Barbaren, die das chinesische Selbstverständnis bis ins Mark traf, erzählt Zhou faktenreich und interessant.

Die historischen Begebenheiten und politischen Zusammenhänge über die Zhou berichtet sind im Westen nur wenig präsent, doch überschatten diese Ereignisse von vor über 150 Jahren die Beziehung zwischen China und Europa bis zum heutigen Tag.

Sein großer Enthusiasmus für alles was zum Thema Tee gehört, hat Zhou zu einem bedeutenden Experten Chinas in Sachen Tee werden lassen. Mit seiner Forschung zum Thema Teekultur und -handel will Zhou nicht nur ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche, sondern auch über die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Tees vermitteln. Gleichzeitig ist er bemüht, die überaus wichtige historische Rolle des Tees herauszustellen, die untrennbar mit dem weltpolitischen Schicksal Chinas verbunden ist und auch Auswirkungen auf das tägliche Leben seiner Bewohner hat.

Zhou Chonglin ist ein Kenner der Teekultur Chinas und schreibt unterhaltsam und fachkundig nicht nur über die Bedeutung des Tees in der chinesischen Gesellschaft, sondern bietet auch ein interessantes und faktenreiches Hintergrundwissen zu Entwicklungen in der Teebranche. Dabei scheut er sich nicht, auch politisch provokante Themen anzusprechen, die dem Leser aus dem Westen eine interessante Sichtweise präsentieren. Für seine umfassenden historischen Forschungen arbeitete er sich nicht nur durch zahlreiche alte Dokumente und Bücher, sondern unternahm auch ausgedehnte Reisen und recherchierte vor Ort.

Zhou Chonglins Buch Der Teekrieg erschien bereits in mehreren Auflagen in China.